Der Kopf hat’s verstanden. Der Körper hat die Mail nicht bekommen.
Du hast reflektiert. Geredet. Meditiert. Wahrscheinlich steht bei Dir mindestens ein Buch übers innere Kind im Regal. (Oder drei. Ich sag nichts.)
Und trotzdem: Jemand sagt „Du, wir müssen mal reden“ und Dein Puls legt einen Sprint hin. Herzklopfen, Kloß im Hals, das volle Programm.
Das liegt nicht daran, dass Du nicht genug an Dir gearbeitet hast. Sondern daran, dass ein Trauma nicht im Kopf abgespeichert wird. Was damals zu viel war, zu schnell oder zu allein, das hat sich tiefer eingenistet: im Körper, im Nervensystem und, so erlebe ich es in meiner Arbeit, im Energiefeld.
Und von da aus redet es mit. Zum Beispiel so:
- „Ich muss stark sein.“ (Muss man nicht. Aber erklär das mal dem Satz.)
- eine Enge in Brust oder Bauch, die scheinbar aus dem Nichts kommt
- immer ein bisschen auf der Hut sein, falls gleich was passiert
- Dich anpassen, bevor überhaupt jemand was von Dir will
- das Gefühl, dass Dein Licht irgendwie auf Sparflamme läuft
Wenn Du Dich da wiederfindest: Mit Dir ist alles in Ordnung. Diese Muster waren damals ziemlich clever. Sie haben Dich durchgebracht. Sie haben nur nicht mitbekommen, dass die Lage sich geändert hat.
Damals ging’s ums Überstehen. Hast Du übrigens gut gemacht. Heute darf es gehen.
Trauma lösen heißt nicht: alles noch mal durchkauen
Ich stelle mir so ein altes Erlebnis gern wie einen Knoten im Energiefeld vor. Das Leben fließt seitdem drumherum. Funktioniert. Kostet aber Kraft.
Den Knoten löst Du nicht, indem Du jahrelang dran rumzerrst. Auch nicht, indem Du jede Erinnerung zum hundertsten Mal erzählst. Und schon gar nicht, indem Du Dich als Dauerbaustelle betrachtest.
Ich glaube nämlich: Unter all dem bist Du längst heil. Nicht perfekt, aber vollkommen. Alte Erfahrungen können das überlagern, wegnehmen können sie es nicht. Wenn Du Dich daran erinnerst, darf losgelassen werden, was nicht zu Dir gehört. In seinem Tempo.
Erst sicher, dann locker
Nichts in uns lässt los, solange es sich bedroht fühlt. Logisch eigentlich. Du lässt ja auch nicht die Haustür offen, wenn draußen jemand rumschleicht. Deshalb braucht Heilung zuerst einen Raum, in dem Du nichts leisten, nichts beweisen und nichts erklären musst.
Du musst das nicht allein wuppen
Viele von uns haben gelernt, alles allein zu schaffen. Auch die eigene Heilung, bitte schön effizient und bis Freitag. In der Engelheilung verbinden wir uns mit Gott und den Engeln, und Du lässt Dich begleiten. Du musst nichts leisten und nichts erzwingen. Auch nicht effizient.
Und danach?
Ist bei jedem anders. Manche werden ganz ruhig, manche weinen, manche schlafen fast ein. Und manche merken erst mal gar nichts Besonderes. Nichts davon ist ein Zeugnis, weder ein gutes noch ein schlechtes. Wichtig ist nur: Deine Grenzen gehen vor. Wird es Dir zu viel, mach die Augen auf, schau Dich um, mach Pause.
Übung zum Mitnehmen
Hand aufs Herz: Ich bin jetzt sicher
Dauert drei Minuten, wühlt nichts auf und funktioniert auch im Büro auf dem Klo. (Wirklich.)
- Setz oder leg Dich hin. Spür, was Dich gerade trägt: Stuhl, Boden, Sofa.
- Eine Hand aufs Herz, eine auf den Bauch. Merk, wie warm Deine Hände sind.
- Atme ruhig ein und etwas länger aus. Ruhig mit einem kleinen Seufzer, das darf hörbar sein.
- Sag innerlich: „Ich bin jetzt hier. Ich bin jetzt sicher. Was damals war, darf heute gehen.“
- Bleib noch ein paar Atemzüge so. Du musst nichts erreichen. Nur merken, was sich verändert.
Mach das immer dann, wenn die alte Enge anklopft. Je öfter, desto schneller kapiert Dein Körper: Ach so, heute ist nicht damals.
Ganz im Ernst: Wann Du Dir zusätzlich Hilfe holen solltest
Energetische Heilarbeit kann Dich begleiten, eine Psychotherapie ersetzt sie aber nicht. Wenn alte Erlebnisse Deinen Alltag stark einschränken, wenn Flashbacks, Panik oder tiefe Hoffnungslosigkeit auftauchen, dann hol Dir bitte professionelle Begleitung. Das eine schließt das andere nicht aus.
In einer akuten Krise erreichst Du die Telefonseelsorge rund um die Uhr kostenlos unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222.
Zu zweit ist leichter. Zu mehreren auch.
Im Trauma Release öffne ich online einen geschützten Heilraum für eine kleine Gruppe, in dem wir uns gemeinsam mit Gott und den Engeln verbinden. Du musst nichts erzählen, die Kamera darf aus bleiben. Decke drauf, Augen zu. Spirituell aussehen musst Du dabei nicht.
Und falls Du merkst, dass manches gar nicht bei Dir angefangen hat, sondern schon bei Oma: Dann schau Dir mal die Ahnenheilung an.